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Nachhaltige Verpackung

23.07.2024

Vereinfacht gesagt, bedeutet nachhaltige Verpackung die Beschaffung, Entwicklung und Verwendung von Verpackungslösungen mit minimalen Umweltauswirkungen. Fragt man die ältere Generation nach den Verpackungen ihrer Jugend, wird man überrascht sein: Baumwoll- oder Papiertüten, manchmal sogar Zeitungspapier, für loses Obst und Gemüse, einfacher Karton. KastenEs wurden Lieferungen durchgeführt, bei denen die Ware anschließend zum Verpacken von Supermarkteinkäufen wiederverwendet wurde. Dabei wurden keine Plastikverpackungen oder -tüten verwendet, sondern gepolsterte Baumwolltücher zum Schutz großer Gegenstände beim Transport.

Doch in den letzten 50 Jahren haben schnellere Produktzyklen, globale Lieferketten und neue Materialien – angetrieben von veränderten und sich wandelnden Verbrauchererwartungen – zu einem massenhaften Einsatz von Industrieverpackungen geführt, von dicht verpacktem Obst im Supermarkt bis hin zum Versand großer Haushaltsgeräte. Parallel zum rasanten Wachstum des globalen Warenverkehrs, bei dem Produkte geschützt und unbeschädigt ankommen müssen, wächst die Besorgnis über die Belastung unseres Planeten durch nicht nachhaltige Verpackungen, insbesondere Einwegkunststoffe.
Laut dem „Plastic Waste Makers Index“, der von der australischen philanthropischen Minderoo Foundation veröffentlicht wurde, wurden im Jahr 2019 weltweit 130 Millionen Tonnen Einwegkunststoffe weggeworfen, wovon 35 % verbrannt, 31 % auf bewirtschafteten Mülldeponien vergraben und 19 % direkt an Land oder ins Meer gekippt wurden.

Diese Zahlen sind beunruhigend, und es überrascht daher nicht, dass immer mehr besorgte Verbraucher Druck auf Gesetzgeber und Behörden, Hersteller und Lieferanten ausüben, andere Lösungen zu finden, ohne dabei die unbestreitbaren Vorteile gut verpackter Produkte zu verlieren.

„Ein durchschnittlicher Verbraucher in der westlichen Welt berührt täglich mehr als 50 verpackte Produkte/Artikel.“ (GWP Group)

Wiederverwenden, reduzieren und recyceln – die Kreislaufwirtschaft

Im Alltag werden die Verbraucher durch Kampagnen dazu angehalten, nach Möglichkeit unverpackte Produkte zu kaufen, weniger Plastik im Haushalt für die Aufbewahrung von Lebensmitteln zu verwenden, wiederverwendbare Kaffeebecher und Wasserflaschen zu benutzen und Leitungswasser oder gefiltertes Wasser zu trinken, um Einweg-Plastikflaschen zu vermeiden.

Im Bereich der Industrieverpackungen wird intensiv an der Entwicklung leichterer Materialien geforscht, um den Transport effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Durch die Gewichtsreduzierung wird der CO₂-Fußabdruck jeder einzelnen Fahrt verringert. Auch die Form der Verpackungen wird optimiert, um den verfügbaren Platz bestmöglich für maximale Beladung zu nutzen.

Es gibt zweifellos noch viele Hürden zu überwinden. Beispielsweise benötigt der Transport empfindlicher Güter wie großer Haushaltsgeräte sehr stabile und widerstandsfähige Verpackungen, um sie vor Stößen, Vibrationen und Druckbelastungen zu schützen. Das am häufigsten verwendete Verpackungsmaterial ist expandiertes Polystyrol, das zwar recycelt, zerkleinert und wiederverwendet werden kann, dessen Recyclingquote jedoch derzeit gering ist. Dies birgt das Risiko von Land- und Meeresverschmutzung. Angesichts der Umweltbelastung durch diese Verschmutzung ist es unter den gegenwärtigen Umständen notwendig, die Kosten für weniger effektive Verpackungen auszugleichen. Diese würden zu beschädigten Produkten und unnötigen Transportwegen führen – eine ganze Kette von CO₂-Emissionen, die völlig umsonst entstehen.

Neue Wege zum Packen

Es gibt viele spannende neue biologisch abbaubare Verpackungslösungen, die auf den Markt kommen:

Pflanzlich: Dieses Produkt wird aus biologischen Quellen hergestellt – von Pilzen und Algen bis hin zu Mais und Lebensmittelabfällen.

Essbar: Auch dieses Produkt stammt aus biologischen Quellen und ist somit unbedenklich zum Verzehr!

Pflanzbar: Diese Beutel enthalten eingebettete Samen – eine tolle Idee für Kunden. Sie eignen sich hervorragend zur Verpackung kleiner, leichter Artikel wie Kosmetik oder Schmuck und können auch als Füllmaterial oder Produktverpackung verwendet werden.

Kompostierbare und biologisch abbaubare Kunststoffalternativen: Diese werden aus Materialien hergestellt, die sowohl im heimischen als auch im industriellen Kompostiersystem kompostiert werden können. Sie bestehen häufig aus pflanzenbasierten Polymeren, die sich im Kompost zersetzen.

„Die Grundidee von Verpackungen besteht nicht nur darin, den Verbraucher anzusprechen, sondern gleichzeitig sicherzustellen, dass der Inhalt unversehrt bleibt. Nachhaltige Verpackungsmaterialien bestehen aus recycelbaren und wiederverwendbaren Produkten, sind aber möglicherweise nicht so effizient wie Kunststoff und andere dickere Verpackungsmaterialien, die die Produktsicherheit gewährleisten.“ (infiniti research)

Vereinfachen und Verdeutlichen

Die Entwicklung von einheitlichen Kunststoffflaschen für Kosmetika und Haushaltsflüssigkeiten wird dringend vorangetrieben, da das derzeitige Vorhandensein verschiedener Kunststoffarten in der Flasche selbst, im Deckel und im Etikett das Recycling erschwert.

Hersteller und Händler haben in der Regel klar definierte Verantwortlichkeiten für das Recycling und die Entsorgung von Verpackungen. Eine klare Kennzeichnung der Verpackungen für die Verbraucher hinsichtlich der Recyclingmöglichkeiten ist jedoch ein wichtiger Bereich für Verbesserungen und hängt von Eingriffen der Gesetzgeber ab.

Während wir uns also darauf verlassen, dass unsere Regierungen, Wissenschaftler und Behörden mit Nachdruck und schnell wichtige und dauerhafte Lösungen für diese komplexen Probleme vorantreiben, sollten wir Folgendes für unser eigenes alltägliches „Verpackungsleben“ beachten…

„Es gibt kein ‚Weg‘. Wenn wir etwas wegwerfen, muss es irgendwohin.“ – Annie Leonard